TV-Dokumentation von Michael Meert für WDR und arte als DVD, Ein Muss für Fans: Paco de Lucía über sein Leben in Interviews und zahlreichen seltenen Filmaufnahmen.
Weitere Infos:
Sprachen: De., En., Sp., UT: Fr., Dolby digital, 60 min
Rezension:
Dieser Dokumentarfilm über das Gitarrenidol Paco de Lucía ist ein Muss für jeden Fan. Er wurde in den Jahren 1994 und 1995 für das Fernsehen aufgenommen als eine Koproduktion von WDR, TVE Madrid und dem Kultursender arte. Eine VHS-Video-Fassung befindet sich schon länger auf dem Markt, jetzt gibt es auch die DVD der berühmten Paco-Doku. Der Regisseur Michael Meert lässt Paco de Lucía selber seine Geschichte erzählen. Paco plaudert und erinnert sich an wichtige Stationen seiner Karriere: das Wunderkind an der Seite seines Bruders Pepe, das Leben mit Camarón, die Freitagnacht in San Francisco, das Risiko zu Improvisieren, die ersten Auftritte seines Sextetts, die Entwicklung seines Stils, seine größten Erfolge. Der bei seinen Konzerten so unnahbar wirkende Paco gewährt dem Zuschauer Einblick in sein Künstlerleben. Flamencogeschichte in O-Tönen. Der Autor hat eine Fülle von interessantem Bildmaterial aus den Archiven des staatlichen spanischen Fernsehens TVE eingebaut und auf Off-Kommentare verzichtet. Er lässt den Künstler über sein Werk wirken. Es ist schwierig genug, in nur 60 Minuten einen der größten Gitarristen der Geschichte vorzustellen. Denn es ist wie eine Zeitreise durch den Flamenco der letzten 50 Jahre - in einer Stunde. Mit digitaler Qualität hört und sieht man Paco den Flamenco revolutionieren, mehr oder weniger unbeschadet vom Wandel der Zeiten und Moden. Die DVD ist in einzelne Kapitel eingeteilt und kann im spanischen Original oder auf deutsch bzw. englisch synchronisiert abgespielt werden, außerdem gibt es französische Untertitel. Gesprochen wird nicht mehr als nötig, das meiste im Film ist Flamenco, bzw. was Paco de Lucía daraus gemacht hat: bei Wettbewerben, als "Los Chiquitos de Algeciras", mit "Entre dos aguas" im spanischen Fernsehen, im "Concierto de Aranjuez" neben Maestro Rodrígo, bei ersten Auftritten mit John McLaughlin und Al di Meola vor mehr als 20 Jahren, und und und - eben Flamencogeschichte.