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Carmen

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Carmen

Ein Mythos in Literatur, Film und Kunst

Autorinnen unterschiedlicher Fachbereiche analysieren den Carmen-Mythos: von den Ursprungsfantasien zu spezifischen Geschlechterbildern, Debatten über Ethnizität, Gedanken zur Körperperformanz, die Inszenierungen der zahlreichen Leinwandadaptionen vor dem Hintergrund ihrer jeweiligen Entstehungsgeschichte bis hin zu Kati Witts „Carmen on ice“ zeigen 15 ebenso fachkundige wie auch unterhaltsame Beiträge wie vielfältig das Carmen-Bild verwendet worden ist.

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Ohne Carmen ist der Flamenco in Deutschland nicht denkbar. Dabei denken Aficionados zuerst an den gleichnamigen Film von Carlos Saura. Das Spiel mit den „typisch spanischen Klischees“ löste Mitte der 80er weltweit einen wahren Flamencoboom aus. Seit der Novelle von Prosper Merimée (1845) und der daraus inspirierten Oper von Georges Bizet (1873) blieb der Carmen-Mythos bis in die Gegenwart lebendig, in Kunst, Literatur und Film. All diese Facetten werden in diesem sehr lesenswerten Buch auf 227 Seiten von Autorinnen unterschiedlichster Fachbereiche zusammengefasst und analysiert: von den Ursprungsfantasien zu spezifischen Geschlechterbildern, Debatten über Ethnizität, Gedanken zur Körperperformanz, die Inszenierungen der zahlreichen Leinwandadaptionen vor dem Hintergrund ihrer jeweiligen Entstehungsgeschichte bis hin zu Kati Witts „Carmen on ice“ zeigen 15 ebenso fachkundige wie auch unterhaltsame Beiträge wie vielfältig das Carmen-Bild verwendet worden ist. Drei der Beiträge haben einen besonders starken Bezug zum Flamenco. Jaqueline Roussety analysiert den „Tanz der Geschlechter“ in Sauras Film. Hier steht die besondere Beziehung zum Choreographen Antonio Gades im Mittelpunkt, ebenso wie die choreographische Umsetzung der jeweiligen Rollen. Rike Bolte untersucht das Buch „Die Liebe der Tänzerin“ von der amerikanischen Autorin Ana Castillo, den sie in eine direkte Beziehung zum Bild der „Ur-Carmen“ setzt. Besonders meinungsfreudig ist der Beitrag von Julia Roth „Fantasías sobre Flamenco. Getanzte Carmenbilder zwischen Körperwissen, Punk und Porno“. Sie untersucht vor allem die Verzerrungen des „Zigeuner“-Klischees anhand von Rafael Aguilars Carmen, den Farrucos und der Ojos de Brujo-Sängerin La Canillas. Das Buch ist ein wertvoller und wissenschaftlich fundierter Beitrag zu einer Debatte, die so lange währt wie der Carmen-Mythos selbst.

Zusatzinformation

Autor Herausgegeben von: Kirsten Möller, Inge Stephan und Alexandra Tacke
Genre Geschichte
Artikelnummer B1103
Ausführung kartoniert
Umfang 227 S.
Erscheinungsjahr 2011
Verlag Böhlau
Auflage 1.
Sprache(n) deutsch
ISBN 9783412205799
Größe ca 13 x 21 cm
 

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