Foto: Ralf Bieniek

Homenaje a la Memoria de Manuel Moreno

Flamenco-Konzert zum Gedenken des Tänzers und Tanzlehrers Manuel Moreno am 7. Mai 2017 im LaLuz, Berlin

Es gibt Veranstaltungen, die der deutschen Hauptstadt etwas vom Glanz einer wahrlichen Flamenco-Metropole zu verleihen scheinen und ein wenig darüber hinwegtrösten, dass Berlins vitale wie traditionsreiche Szene derzeit ohne ein wirklich eigenes Flamenco-Festival dasteht.
Eine solche Wirkung hatte jener Abend allemal, an dem man eines, nein, DES Pioniers der Flamenco-Tanzausbildung in Deutschland in respekt- und liebevollster Manier gedachte. Der im vergangenen Dezember in seiner Heimatstadt Córdoba mit 75 Jahren verstorbene Manuel Moreno brachte während einer arbeits- wie gefühlsintensiven Dekade ab Mitte der 1980er vielen zwischen Berlin, Zürich und Lübeck die ersten Zapateados bei: Das Gros tanzfreudige Deutsche, aber auch Aficionados aus Österreich oder Frankreich, von denen einige später selbst eine professionelle Laufbahn einschlugen. Davon wie auch vom internationalen Appeal des heutigen Berliner Flamenco konnte man sich ein Bild machen bei dieser Gedenk- und Benefizveranstaltung. Die begann - da waren die Zuschauer noch vorfreudig am Plaudern - mit alten Stimmaufnahmen, mittels derer sich auch der „Protagonist" des Abends quasi schon mal virtuell einfand im großen Theatersaal des ausverkauften LaLuz. „Wenn ich mal sterbe, hätte ich auch gern so ein großes Publikum.", tat diesem gleich zu Beginn der Show die Frankospanierin Joelle Guerrero augenzwinkernd kund. Die langjährige Wahlberlinerin, die ihrem spanischen Flamenco-Lehrer Moreno die „Schuld" dafür gibt, in der Stadt hängengeblieben zu sein und die einst auch das Berliner Flamenco-Festival auf dem Pfefferberg mit dem ihr eigenen Charme moderierte, teilte sich die Bühnenpräsentation mit der Berlinerin Ari La Chispa. Die beiden Bailaoras gaben darüber hinaus gemeinsam mit elf weiteren Kollegen - allesamt einstige Moreno-Zöglinge - ihre beeindruckenden Einzeltanzdarbietungen. Diese verbanden zumeist einen getragen-melancholischeren und einen beschwingteren Teil auf der Basis der jeweils dazu gehörenden Palos. Entweder begleitet von Gitarristen u.a. Instrumentalisten, Palmeros und Sängern gestalteten die KünstlerInnen ihre Tänze oder aber auch mal solo wie gleich die Allererste: Die tanzbesessene Andrea Maria ging dem Flamenco und anderen Tanzkulturen stets nur zum Vergnügen, nie professionell nach. Die in der Bretagne ansässige Mittfünfzigerin war die letzte im Bunde, die Manuel Moreno zu Lebzeiten traf, 2013 in seiner andalusischen Heimat. Fast schien es, sie wolle all die wertvollen Erinnerungen an ihren einstigen Berliner Lehrer einfangen wie Fische, nach denen sie ihren großen blumigen Mantón am Ende ihres mal ruhigen, mal vehement-kämpferischen Tanzes wie ein Angelnetz auswirft.

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Lesen Sie den vollständigen Beitrag in der ANDA 132.

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