Foto: Aliaksandra Kanonchenka

Israel Galván

Im Festspielhaus St. Pölten präsentierte Israel Galván seine neue Choreographie „Fiesta".

Sänger erscheinen. Sie singen nicht, sie stottern. Die Gitarre hängt an der Wand, dafür der eindringliche Rhythmus von Palmas. Tänzer gockeln roboterhaft hintereinander auf. Israel Galván tanzt sich vom Boden des Zuschauerraums hoch, auf die Bühne, kreist das Becken, tanzt auf allen Vieren, mit Händen und Beinen in epileptischer Zuckungsoptik Flamenco pur auf dem Boden, versucht sich aufzurichten und platscht, kaum aufrecht, platt auf ein Podest.

Der Beginn zeigt bereits das Ende in einer Inszenierung über das Leben zwischen Geburt und Tod. Dazwischen verdichtet sich Israels Galván neue Choreographie „Fiesta" zur Fieberkurve im Auf und Ab des Lebens zwischen Einsamkeit und Kommunikation. Mit acht hochkarätigen aus unterschiedlichen Kulturen, mit ganz unterschiedlichen tänzerischen und sängerischen Hintergrund gelingt ihm ein weiteres Meisterstück.
Monatelang hat er sich mit dem neuen Thema beschäftigt, 14 Tage lang konnte er als Artist in Residence im Festspielhaus St. Pölten vor Ort proben. Der Applaus ist intensiv, doch kurz. Viele Zuschauer verlassen schnell den Konzertsaal. Das war wohl doch zu ungewohnt, sehr anspruchsvoll und experimentell, hinterlässt viele ratlos.

Man muss schon eine Menge über Flamenco wissen, um Israels exzellente Demontage des Flamenco und überaus innovative Synthese mit anderen Kunstrichtungen als Chiffre für das Leben in allen Facetten auskosten zu können. Liebevoll ironisiert er das Verharren in den traditionellen Mustern, überaus kreativ zerlegt er sie und montiert sie mit neuen Kunstrichtungen zusammen. Damit avanciert Israel Galván einmal mehr zum künstlerischen Futuristen.

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Lesen Sie den vollständigen Beitrag in der ANDA 132.

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